Blips aus dem Weltraum: Quelle mysteriöser Radiosignale gefunden

Astronomen sind einem rätselhaften Phänomen im All offenbar einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Ein internationales Forschungsteam hat die Quelle geheimnisvoller Radiosignale gefunden, die Wissenschaftler seit Jahren vor ein Rätsel stellen.
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NASA

Radioblitz alle 81 Minuten

Die neu untersuchte Quelle mit der Bezeichnung ASKAP J1745-5051 befindet sich in Richtung des inneren Bereichs der Milchstraße. Nach Angaben der Forscher handelt es sich um ein enges Doppelsternsystem, in dem ein stark magnetisierter Weißer Zwerg Materie von einem kleineren Begleitstern abzieht. Dieser Vorgang könnte erklären, wie zumindest ein Teil der bislang nur schwer verständlichen Radiosignale entsteht.

Die aus dieser Richtung beobachteten langperiodischen Radiotransienten (LPTs) wurden erstmals vor einigen Jahren entdeckt. Anders als bekannte kosmische Radioquellen senden sie ihre Signale in ungewöhnlich langen Abständen aus. Das erste Objekt dieser Art zeigte alle 18 Minuten einen kurzen Ausbruch im Radiobereich und verschwand anschließend wieder. Inzwischen wurden rund ein Dutzend ähnlicher Quellen in verschiedenen Regionen der Galaxie gefunden.


Die neue Entdeckung gilt als besonders wichtig, weil sie mehrere Merkmale vereint, die bislang nur getrennt bei verschiedenen LPTs beobachtet worden waren. ASKAP J1745-5051 sendet nicht nur periodische Radiowellen, sondern auch Röntgenstrahlung. Zudem konnten die Forscher sowohl den Weißen Zwerg als auch seinen Begleitstern direkt nachweisen.

Beobachtungen mit dem australischen Radioteleskop ASKAP ergaben, dass das System etwa alle 81 Minuten starke Radioblitze aussendet. Zeitgleich registrierten Weltraumteleskope entsprechende Ausbrüche im Röntgenbereich. Weitere Messungen mit optischen Teleskopen bestätigten, dass die beiden Sterne einander ebenfalls in einem Zeitraum von rund 81 Minuten umkreisen.

Entfernung noch unklar

Nach Ansicht der Wissenschaftler entsteht die Röntgenstrahlung, wenn die vom Begleitstern abgesaugte Materie auf die Oberfläche des Weißen Zwergs stürzt und dabei auf mehrere Millionen Grad erhitzt wird. Die Radiowellen könnten dagegen durch geladene Teilchen erzeugt werden, die in den wechselwirkenden Magnetfeldern beider Sterne beschleunigt werden.

Die Entfernung des Systems lässt sich bislang nur grob eingrenzen und dürfte zwischen etwa 1.300 und 30.000 Lichtjahren liegen. Dennoch sehen die Forscher in dem Objekt einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis einer völlig neuen Klasse kosmischer Ereignisse. Die Ergebnisse der jüngsten Forschung wurden in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.

Zusammenfassung
  • ASKAP J1745-5051 ist ein enges Doppelsternsystem mit einem stark magnetisierten Weißen Zwerg
  • Die langperiodischen Radiotransienten wurden vor einigen Jahren entdeckt und senden ungewöhnlich selten Signale aus
  • ASKAP J1745-5051 vereint erstmals Radiowellen und Röntgenstrahlung in einer einzigen Quelle
  • Beide Sterne umkreisen einander alle 81 Minuten und senden gleichzeitig Radiowellen und Röntgenstrahlung aus
  • Die Röntgenstrahlung entsteht, wenn Materie auf den Weißen Zwerg stürzt und auf Millionen Grad erhitzt wird
  • Die Entfernung des Systems liegt schätzungsweise zwischen 1300 und 30000 Lichtjahren
  • Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht

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